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Hochzeitsbräuche: Das Strumpfband

Hochzeitsbräuche: das Strumpfband
Foto von: Katjа Mukhina - Flickr.com

Hintergrund

Früher trugen Männer und Frauen Strumpfbänder um die Beine, um zu verhindern, dass ihre Strümpfe herunterrutschten. Im 19. Jahrhundert kamen lange Strümpfe für Männer aus der Mode und blieben nur Bestandteil der weiblichen Gaderobe erhalten.

Heutzutage brauchen Frauen eigentlich keine Strumpfbänder mehr, da Damenstrümpfe mittlerweile, auf unterschiedliche Art und Weise, alleine am Bein halten. Aus modischen und vielleicht auch erotischen Gründen wird das Strumpfband aber nach wie vor versteckt um den Oberschenkel getragen.

In der Brautmode hat sich das Strumpfband als traditionelles Accessoires gehalten. Erstens macht es die Braut sexy, da der Bräutigam (und alle anderen Gäste) wissen, dass die Braut dieses kleine Band unterm Brautkleid trägt. Aber zu Gesicht bekommt es meistens nur einer – der Ehemann in der Hochzeitsnacht. Und zweites sind Hochzeiten von Aberglauben beeinflusst und das Strumpfband gehört dazu.


Das Werfen des Strumpfbandes

Dieser Brauch geht bis ins 15. Jahrhundert zurück und hat sich über die Jahrhunderte leicht modifiziert.

Ursprünglich gehörte es zur Tradition des Volllzugs der Ehe, sprich die frisch gebackenen Eheleute hatten das erste Mal Sex miteinander und als Beweis für die Jungfräulichkeit der Braut, wurde danach das blutige Lagen den Gästen gezeigt. Die etwas harmlosere Variante dieses Brauchs war das Zeigen des Strumpfbandes statt des Lackens. Außerdem sollte das Strumpfband Glück bringen.

Nachdem das Brautpaar seinen ersten ehelichen Beischlaf nicht mehr mit all seinen Gästen teilen wollte oder musste, änderte sich auch der Brauch des Strumpfbandes. Nun wurde das Strumpfband am Ende der Hochzeit in die Menge der noch unverheirateten Männer geworfen und derjenige, der es auffing, sollte der nächste Bräutigam sein. (Ähnlich dem Werfen des Brautstraußes)
Leider kam es bei diesem Brauch häufig zu Auseinandersetzungen zwischen den angetrunken Männern oder der ein oder anderes versuchte gar sich das Strumpfband direkt von der Braut zu holen – wenn es sein musste sogar mit Gewalt.

So änderte sich der Brauch abermal. Heute nimmt der Bräutigam seiner Braut das Strumpfband ab – mit den Händen oder manchmal unterhaltsamerweise mit den Zähnen. Dann wirft er es den Jungesellen zu.

Wenn Sie Ihr Strumpfband als Erinnerungsstück oder als Überraschungen für Ihren Mann in der Hochzeitsnacht behalten wollen, tragen Sie einfach noch ein zweites Band etwas weiter oben am Bein.


Das gewisse ‘Etwas Blaues’

Oftmals ist das Strumpfband der Braut blau. Das liegt daran, dass der Brauch des Strumpfbandes sehr eng mit dem Brauch verknüpft ist, bei dem die Braut bei der Trauung „etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues“ tragen sollte. Das bringt eine glückliche Ehe.

Dieser Brauch geht bis in die Viktorianische Zeit zurück und kommt aus England. Blau symbolisiert die Treue, die Beständigkeit und die Reinheit und soll dem Brautpaar Glück bringen und die Geburt eines Sohnes begünstigen. Früher trugen die Frauen bei der Hochzeit ein blaues Kleidungsstück und heutzutage eben meist ein blaues Strumpfband.

„Etwas Altes“ (= alt wie die Welt) symbolisiert das alte, bisherige Leben der Braut und „etwas Neues“ (= neu wie der Tag) ihre neue Zukunft mit ihrem Eheman. „Etwas Geborgtes“ bekommt die Braut von einer bereits glücklich verheirateten Freundin oder ihrer Mutter und steht für Freundschaft und Glück in der Ehe (= Geborgt wie das Leben).


Spiele mit der Strumpfband

Wer aus der Strumpfband-Tradition ein kleines Partyspiel machen möchte, sollte unseren Artikel über „Die Versteigerung des Strumpfbandes“ lesen.

Ein Brautschleier von Priscilla of Boston.

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